Seit rund zwei Jahren fördert die Münchener Schachstiftung junge unbegleitete Flüchtlinge, die an der SchlaU-Schule und der ISuS-Schule auf ihren Schulabschluss vorbereitet werden, mit dem Förderprogramm „Schach nach Königsplan“.

Zum Förderprogramm gehört, dass die Teilnehmer auch zu Hause, mit Schulkollegen, Freunden und Geschwistern in der Freizeit Schach spielen. Nach den Fortschritten im Unterricht war es jetzt Zeit, jeden Teilnehmer mit einem kostenlosen Schachset auszustatten!

Anil kennt Schach aus seiner Heimat Afghanistan.
Anil kennt Schach aus seiner Heimat Afghanistan.

Innovatives Förderprogarmm für SchülerInnen und Schüler der SchlaU-Schule und ISUS-Schule

Pünktlich um 10 Uhr hatten sich die rund 60 Schach-Teilnehmer beider Schulen in der Aula versammelt und warteten gespannt. Kaum hatte die Verteilung begonnen, waren die Schach-Sets bereits ausgepackt und es wurde fleißig gespielt – so groß ist inzwischen die Schach-Begeisterung bei den Jugendlichen.
Das Schachspiel ist für die jungen Flüchtlinge eine Brücke aus ihrer alten in die neue Heimat, frei nach dem Motto „wir spielen die gleiche Sprache“. Viele haben bereits in ihrer Heimat Schach in der einen oder anderen Variante gespielt.
Für die Zukunft der Jugendlichen birgt Schach ein enormes Potenzial, wie Hubert Hadersdorfer, Mathematik-Lehrer an der SchlaU-Schule, berichtet: „Ich bin erstaunt, wie positiv sich das Schachtraining auf die Leistungen und die Motivation der Schülerinnen und Schüler auswirkt. Bei manchen habe ich manchmal den Eindruck, als könne man die Synapsen wachsen sehen, während sie über Schachaufgaben knobeln. Davon profitieren sie auch in anderen Fächern: Nach meiner Erfahrung werden vor allem die Konzentrationsfähigkeit, der Ehrgeiz und das Selbstvertrauen mit Schach gefördert!“

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Lehrer, Schüler, Schachtrainer und die Verantwortlichen der Münchener Schachstiftung sowie die Förderer sind von dem Förderkonzept „Schach nach Königsplan“ überzeugt. (Foto: Münchener Schachstiftung)

Schach leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration

Davon ist nicht nur Dijana Dengler, die Vorsitzende der Münchener Schachstiftung überzeugt. Sie war vor über 20 Jahren als Flüchtling aus Bosnien-Herzegowina in einer ähnlichen Situation: „Was mir weitergeholfen hat, war Schach: Über Schach kam ich in Kontakt mit den Menschen in Deutschland und konnte bereits nach kurzer Zeit beruflich und auch privat Fuß fassen. Diese positive Erfahrung möchte ich an die jungen Flüchtlinge an der SchlaU- und ISuS-Schule weitergeben. Einer meiner Schüler hat dieses Jahr schon in einer Schachmannschaft des FC Bayern gespielt.“